Wer die De:Bug mitgründet kann keine schlechte Person sein. Im Falle von Mercedes Bunz erstreckt sich das Nicht-Schlecht-Sein sogar auf ein Ziemlich-gute-Autorin-zu-Technik-und-Gesellschaft-Fragen-zu-Sein. Als solche präferiert sie nämlich eine angenehm entspannte Position in den Implementationsdiskursen zu elektronischen Lebensaspekten: Unsere Frage zu Mensch-Maschine-Konstellationen kann im 21. Jahrhundert nicht lauten, wer handelt hier (und darf der das eigentlich)? Vielmehr muss es uns darum gehen, zu analysieren, welche Einflüsse in solchen Settings wie wirksam werden.

Eine gute Einführung in diese Perspektive gibt der Vortrag, den sie 2001 in der Sektion Wissenschafts- und Technikforschung der DGS gehalten hat. Mit den klangvollen Namen McLuhan, Kittler und Foucault geht Bunz so um, wie es die ihr bisheriges Schreiben durchziehende Perspektive gemahnt: genau, pragmatisch, unideologisch.

Gesättigt mit Beispielen aus ihrer Zeit als Tech-Writer beim Guardian hat sie Ende vergangenen Jahres ein lesenswertes Buch herausgebracht: Die stille Revolution. Es zielt auf den gesellschaftlichen Diskurs zur Verständigung darüber, was durch Digitalisierung passiert – Den man erst führen kann, wenn der Reflex des verbalen Maschinensturms überwunden ist. Schließlich seien es nicht die Algorithmen, die sich an der Börse verzocken, sondern ihre Entwickler und Auftraggeber, die sie aus der Technik nicht inhärenten Motiven unbeobachtet machen lassen.

Ich werde hier die Tage auf einen eher akademischen Aspekt dieses Buchs eingehen, eine viergestaltige Technik-Theorie die nicht unwesentlich vom nicht unwesentlich komplizierten Heidegger-Aufsatz „Die Frage nach der Technik“ inspiriert ist.