KASPAR ist ein Sozialroboter, der für die Interaktion mit autistischen Kindern eingesetzt wird. | Foto: Rain Rabbit / flickrKASPAR ist ein Sozialroboter, der für die Interaktion mit autistischen Kindern eingesetzt wird. | Foto: Rain Rabbit / flickr

Bislang habe ich hier ja ziemlich meta, will sagen: mit wenig Gegenstandsbezug, über Versatzstücke und Fragen rund um die Themenkomplexe künstliche Intelligenz, Mensch-Maschine-Interaktion und Techniktheorie gebloggt. In den kommenden Wochen und Monaten soll es nun dezidierter um den Gegenstandsbereich gehen, den ich im Rahmen meines Diss-Projektes empirisch rekonstruiere: Sozialrobotik.

Dabei handelt es sich um ein schnell wachsendes, interdisziplinäres Forschungsfeld, dass sich unter diesem Namen seit etwa 2003 etabliert. Das Ziel der – durchaus sehr unterschiedlichen – Forschungsprojekte und -richtungen, die sich diesem Begriff zuordnen lassen, ist die Entwicklung sozialer, bzw. sozial kompatibler Roboter für den Einsatz in „alltäglichen“ Situationen. Damit is zunächst gemeint, dass die zu entwickelnden Systeme nicht als Arbeitsroboter oder Expertensysteme funktionieren sollen, sondern von Laiennutzern bedient und auf einer explizit „sozialen“ Ebene arbeiten sollen.

Was das genau bedeutet, welche Theorien und Methoden und vor allem welche Weltbilder und Konzepte von Sozialität dabei zum Einsatz kommen, ist das Thema meines Dissertationsprojekts. In den vergangenen Monaten haben dieses und verwandte Themen innerhalb der deutschsprachigen Soziologie eine sichtbare Konjunktur erfahren. Ich möchte das zum Anlass nehmen, hier Beiträge und Positionen, aber auch empirische Ergebnisse zu Sozialrobotik vorzustellen.

Zu Beginn sei auf zwei große Quellen verwiesen, derer ich mich dazu zunächst bedienen werde: Der aktuellen Ausgabe der STI Studies, die sich explizit „Social Robots and Artificial Companions“ widmet und die Tagung „Going Beyond the Laboratory“, die Donnerstag in Delmenhorst beginnt. In beiden Knotenpunkten zeigt sich eine Überschneidung bestimmter Forschungsgruppen, die sich den oben angesprochenen großen Themenbereichen bereits seit einigen Jahren widmen und nun auf Sozialrobotik „scharf stellen“. Zu nennen sind dabei die Netzwerke um Werner Rammert und Martin Ingo Schulz-Schaeffer, aus denen besonders Martin Meister seit Jahren genuin soziologische Beiträge zur Robotik leistet. Gesa Lindemann hat im Rahmen ihres DFG-Projekts „Entwicklung von Servicerobotern und humanoiden Robotern im KulturvergleichDoktorandinnen mit sehr spannenden empirischen Projekten an ihrem Lehrstuhl versammelt.