Kognitivismus 25 Jahre nach Varela

Vor über 25 Jahren erschien Francisco Varelas Studie über die Kognitionswissenschaften „Invitation aux sciences cognitives“ (1988). Die deutsche Übersetzung „Kognitionswissenschaft – Kognitionstechnik“ erschien 1990 und ist mir dank Empfehlung von Moritz in die Hände gefallen. In dem schmalen Band unternimmt Varela eine Tour de Force durch die Paradigmen der Kybernetik bis in die späten 80iger Jahre und seziert dabei mit dem Blick des radikalen Konstruktivismus die blinden Flecken der davon ausgehenden Programme. Ich habe viele …

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Komplex / kompliziert

Komplex / kompliziert

Ich bin in einem Text auf die Unterscheidung komplex / kompliziert gestoßen, die ich hier kurz diskutieren will (1.), um Sie dann auf das Problem „sozialer Software“ zu beziehen (2.), welches auch eine Rolle in meinem Diss-Projekts spielt. In der theoretisierenden Einleitung „Elemente einer Akteur-Medien-Theorie“ von Erhard Schüttpelz [Auszug, PDF] wird Unterscheidung komplex / kompliziert durch Bruno Latour aufgegriffen. Latour macht diese u.a. in seiner Studie über Paris als gekoppeltes technisches System. Complex relations force …

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„Moses‘ Brücken“

„Moses‘ Brücken“

Alttestamentarische Anspielungen finden sich eher selten in meinem Repertoire, und hier soll es auch nicht um einen Propheten, sondern um einen vermeintlichen (?) Apologeten technokratischen Rassismus‘ gehen. Aber eigentlich geht es darum, wie eine Wirkbeziehung zur verbeiteten Parabel wird und was hinter ihr steckt. Und das am Ende natürlich alles irgendwie schon so ist, nur etwas differenzierter und komplizierter. Robert Moses (1888-1981) war einer der erfolgreichsten Stadtplaner des 20. Jahrhunderts. Zu seinen ersten Projekten als …

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Zur Anschlussfähigkeit qualitativer Forschung für Informationstechnik

Ich bin derzeit auf der „Mensch und Computer 2013“ einer Konferenz, die Professionals und Wissenschaftlerinnen aus dem Bereich Mensch-Computer-Interaktion anspricht. Damit sind so unterschiedliche Tätigkeitsbereiche wie Websiten-Optimierung für Shoppingportale oder die Entwicklung neuer Hardware-Schnittstellen gemeint, wie auch Bedürfnis- und Nutzungsanalysen verschiedener Zielgruppen. Für ebenjenes interdisziplinäres Zielpublikum haben Benny Liebold und ich einen Workshop konzipiert, der methodische und methodologische Probleme des Zugangs zu „Interaktion“ zwischen Mensch und Computer thematisiert [Update: Diskussionseinblick hier]. Im Rahmen dieses Workshops …

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Seitenblick I: Wem gehört die Szene?

Neben der Wissenschaft und einer nicht zu leugnenden Leidenschaft für Sportübertragungen ist Arbeit für unabhänige Musikkultur ein Großteil meines Alltags. Gemeinsam mit Freunden führe ich seit 2008 das Label analogsoul in Leipzig. Kern der Unternehmung ist es, alternative Wege in der Finanzierung und Vermarktung von Musik zu erproben, um Musik und Musiker möglichst lange im Produktions- und Distributionsprozess von „klassischen“ Musikmarkt-Anforderungen (Formatradiotauglichkeit, bezahlte redaktionelle Inhalte, Massenmarktorientierung) fernzuhalten. Ich denke an dieser Beschreibung wird deutlich, dass …

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Qualitative Technikforschungen

Der einfachste Trick wenn man zu tun hat und nicht zum Bloggen kommt? Über das Bloggen, was man so zu tun hat: Gemeinsam mit meiner Kollegin Kalja Kanellopoulos organisiere ich für den 11. und 12. Oktober einen Workshop (vorwiegend) für Promotionsprojekte mit dezidiert qualitativen Zugängen zu Fragestellungen aus dem Bereich der Wissenschafts- und Technikforschung (STS). Lange Zeit gab es wenig Schnittstellen zwischen verstehenden und hermeneutischen Ansätzen und der STS-Community, ganz anders als mit ethnographischen Zugängen …

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Beispiel: Digitale Soziologie

Es ist etwas paradox mit den falschen Dichotomien in den Sozialwissenschaften: Man will sie überwinden und reproduziert sie in diesem Zuge dennoch. Solch eine „falsche“ Dichotomien ist z.B. die Gegenüberstellung „Technik“ und „Soziales“, die verkennt, wie sozial das Technische und wie technisch „das Soziale“ ist, und dennoch in vielen Ausläufern der STS – sogar unter Bezug auf die symmetrisierende ANT – reproduziert wird. Eine weitere, aus meiner Sicht sehr ärgerliche, „falsche“ Dichotomie ist die zwischen …

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DGS goes Powerblogging [Update]

Es ist schlicht beeindruckend, was sich derzeit im DGS-Blog abspielt. Nina Baur, Professorin für Methoden empirischer Sozialforschung an der TU Berlin, gibt eine wahre Power-Bloggerin: Frequenz: 17 Blogposts in 19 Tagen Länge: durchschnittlich 13.200 Zeichen pro Eintrag das sind: fünf DINA4-Seiten in Word pro Eintrag [Standardeinstellung: Calibri, Schriftgröße 11, 1.15 Absatz, ohne Abbildungen] insgesamt bislang: 87 Textseiten bzw. 28.885 Wörter, bzw. 224.574 Zeichen mit Leerzeichen Ich bin geneigt zu sagen: „Das bringt doch nichts!“ Texte mit …

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Exkurs: Raummetaphern / Raumkonzepte im Netz

Ich schulde hier ja noch einen Blick auf den Entwurf einer Techniktheorie, muss aber mal kurz einen kleinen Exkurs zu einem anderen Theorieschnipsel aus dem Bereich Interaktion / Kommunikation im Internet einlegen. Meine Kollegin Kalja hat mich auf einen Aspekt der Netzkommunikation hingewiesen, den ich bislang generös links liegen ließ. Genauer fragte sie, ob ich bei meinem wiederholten Reden von Facebook als „Ort“ und „soziale Situation“ eigentlich ein bestimmtes Raumkonzept verfolgen würde. Äh, bislang nein. …

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Lesezeichen: Mercedes Bunz

Wer die De:Bug mitgründet kann keine schlechte Person sein. Im Falle von Mercedes Bunz erstreckt sich das Nicht-Schlecht-Sein sogar auf ein Ziemlich-gute-Autorin-zu-Technik-und-Gesellschaft-Fragen-zu-Sein. Als solche präferiert sie nämlich eine angenehm entspannte Position in den Implementationsdiskursen zu elektronischen Lebensaspekten: Unsere Frage zu Mensch-Maschine-Konstellationen kann im 21. Jahrhundert nicht lauten, wer handelt hier (und darf der das eigentlich)? Vielmehr muss es uns darum gehen, zu analysieren, welche Einflüsse in solchen Settings wie wirksam werden. Eine gute Einführung in …

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