Screenshot der ersten Seite des Beitrags aus dem Sammelband „Neue Komplexitäten für Kommunikationsforschung und Medienanalyse: Analytische Zugänge und empirische Studien“, CC-BY 4.0 Digital Communication Research

Im Dezember 2013 habe ich hier im Blog Bruno Latours Unterscheidung von komplex und kompliziert vorgestellt. Erhard Schüttplez hatte sie in seiner wunderbaren Einleitung für »Akteur-Medien-Theorie« aufgegriffen und rekonstruiert. Mich hatte daran vor allem die Figur der „Verkomplizierung des Komplexen“ fasziniert — Die Übersetzung komplexer Situationen in nacheinander verschaltete – in Latours Diktion „komplizierte“ – Abläufe. Mir schien in dieser von Latour beschriebenen Übersetzungsleistung eine fruchtbare theoretische Metapher für die Analyse von Digitalisierungs-Phänomenen wie beispielsweise Sozialrobotik zu liegen.

Die Leser_innen – u.a. Christian Katzenbach, Moritz Klenk und Daniel Lüdecke – haben das zum Teil ähnlich, zum Teil überhaupt icht so gesehen und mir wunderbare Anmerkungen ins Blog geschrieben. Ich war ehrlich gesagt zunächst etwas verschreckt und habe die „Verkomplizierung des Komplexen“ lieber aus dem Theorieteil für die Diss herausgelassen. So ganz lassen wollte ich von der Figur aber nicht, und der kritische Input hatte mich beflügelt.

Die Tagung „Medienkommunikation zwischen Komplexität und Vereinfachung“ im November 2015 bot mir dann einen Anlass, den Gedanken gemeinsam mit meinem Kollegen Michael Heidt auszuformulieren und auch noch einmal Feedback, unter anderem von Andreas Hepp und den Herausgebern des Sammelbands, Marian Adolf und erneut Christian Katzenbach einzuarbeiten.

Nun ist der Beitrag (doi: 10.17174/dcr.v4.3) – der so ohne die Kommentare unter dem Blogpost von 2013 – nicht möglich gewesen wäre, Open Access in der Reihe Communication Research erschienen. Danke allen für die Mithilfe!